Ochs-Dezemberseminar

02.12.2002

Am Wochenende 30.11. und 01.12.2002 fand das traditionelle Ochs-Dezemberseminar im Sportzentrum des TV München Ost statt. Als vortragende Gäste waren dieses Jahr Christoph Kaindl, Oliver Walter und Harry Winter von der Gruppe Dreynschlag aus Wien und zum zweiten Mal Jörg Bellinghausen eingeladen.

Circa 30 Teilnehmer aus Österreich, der Schweiz und Deutschland nahmen während dieser zwei Tage an informationsgeladenen aber sehr familiären Workshops zu den Themen Kampfringen/geselligliches Ringen bzw. Arbeit mit dem Langschwert aus der Klingenbindung teil.

Ringen bei Dreynschlag

Auf sehr kompetente und charmante Art moderierte Christoph Kaindl durch 6 Stunden Kampfringen, welches aus organisatorischen Gründen kurzfristig am Samstag statt wie vorgesehen am Sonntag durchgeführt werden musste.

Beginnend mit einer kleinen Demonstration der Techniken, die in den folgenden Stunden erarbeitet werden sollten, eröffnete sich ein Strauss an Hebeltechniken, Würfen und anderen Methoden (der „Dürer“…), die den direkten Vergleich mit Jiu-Jitsu, Judo, Aikido und Wrestling nicht im Mindesten zu scheuen haben.

Nach kurzer theoretischer Einführung in die Materie und Vorstellung der historischen Quellen, die den gezeigten Techniken zu Grunde lagen, wurde aus Gründen der Sicherheit zunächst das richtige Fallen wiederholt.

Im eigentlichen Technikteil präsentierten Christoph, Harry und Oli dann Ringertechniken aus gefassten Stand (Schlossringen), aus ungefasstem Stand (Zulaufen) bzw. Brüche gegen diese Techniken: Hüftwürfe, Fußfeger, Nervendruckpunkte, Hebel gegen alle möglichen Gelenke wie Schulter- , Ellenbogen bzw. Hand- und Fingergelenke und einen Würgegriff, the incredible Cobra-Clutch.

Zur Entspannung und allgemeinen Belustigung wurden nach der Mittagszeit einige Gänge „Ringen im Grüblein“ durchgeführt.

Unser Dank gilt Christoph, Harry und Oli für eine sehr unterhaltsame Lektion im „Rangeln“ und „Rumsturzeln“. Exakt die richtigen Leute für diesen Job.

Der Abend klang traditionsgemäß im Restaurant „Tassilogarten“ bei mehreren Bieren in gelöster Atmosphäre aus.

Übung mit Jörg Bellinghausen

Der Sonntag brachte Arbeit mit dem Langen Schwert – von Jörg Bellinghausen professionell aufbereitet und sowohl theoretisch wie praktisch „in leicht verdaulichen Happen“ und sehr nachvollziehbar erläutert und demonstriert.

Der erste Schwerpunkt des Workshops war unter die Überschrift „Zornhaw ort dem drawt“ zu stellen. Jörg befasste sich einleitend mit korrekten Ober- und Zornhauen und Übungen zum Fühlen in der Klingenbindung. Danach erarbeitete die Gruppe unter Jörgs Anleitung verschiedenste taktile Möglichkeiten des Arbeitens nach dem Anbinden (z.B. oben abnehmen, duplieren, mutieren) bzw. durch Lösen aus der Bindung (z.B. durchwechseln, zucken, umschlagen). Bei sämtlichen Techniken wurde ein besonderes Augenmerk auf die damit zusammenhängenden Prinzipien Fühlen & Indes, Vor & Nach, die drei (Ver-) Wunder: Hieb, Stich, Schnitt gelegt. In einer abschließenden Übung waren alle behandelten Techniken und Prinzipien in einer Anwendungsübung mit Partner umzusetzen.

Im zweiten Schwerpunkt des Langschwert-Workshops – Halbschwert – stellte Jörg eine Verknüpfung zur Präsentation der Gruppe Dreynschlag her, indem er u.a. auf einige Take-downs im Harnischfechten einging.

Wir bedanken uns sehr herzlich bei Jörg, der keine Anstrengung gescheut hat, den Teilnehmern fortgeschrittene Aspekte des Fechtens mit dem Langen Schwert zugänglich zu machen und freuen uns auf einen dritten Teil dieser Seminarreihe mit Jörg evtl. in 2003!

Carsten – Claus – Hans
Vorstand Ochs e.V.

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